P100 Pilotstudie

Der P100-Bei Morbus Meniere zeigte keinerlei Nebenwirkungen.

Dies entsprach den Erwartungen, da der P100 Druckimpulse in einem sicheren Bereich liefert und diese weit unter dem maximal verträglichen Druck des Innenohrs liegen.

In seinen Arbeiten zur Theorie des menschlichen Gehörs konnte von Bekesey zeigen, dass die Fenestra cochlearis (Schneckenfenster) einem Druck von drei bis vier Atmosphären widersteht.
(von Bekesy: Experiments in hearing. New York. Mc Grawe-Hill. 102: 433-434, 1960; Kringlebotn M: Rupture pressures of membranes in the inner ear, Ann Otol Rhinol Laryngol 109: 940-944, 2000)

Über das Meniett-Gerät sind ebenfalls keine Nebenwirkungen bekannt.
Patienten, die den P100 benutzten, waren der einhelligen Auffassung, dass der P100 sehr anwendungsfreundlich sei.
Der P100 ließ sich einfach in der Jacken- oder Handtasche aufbewahren und war sofort zur Hand.

 

Über die Wirkungsweise des P100-Bei Morbus Meniere wird noch spekuliert.

Möglicherweise ist dabei der Ionentransport, insbesondere von Kalium von Bedeutung. Seit einiger Zeit weiß man, dass bei der Meniereschen Erkrankung eine graduelle Kaliumionen- Verlagerung von der Scala vestibuli zur Scala tympani stattfindet. Die Konzentration von Kaliumionen nimmt von der Basis bis zur Spitze der Scala vestibuli zu und nimmt in der Scala tympani von der Spitze bis zur Basis ab.

Erfolgt ein Ionentransport in Richtung der Scala tympani ist eine erhöhte Kaliumkonzentration am apikalen Ende der Scala tympani zu beobachten.
Kalium wirkt auf Neuronen toxisch. Da die Neuronen von der Perilymphe umgeben sind und somit dem Kalium in der Scala tympani ausgesetzt sind, kann es zu einer Intoxikation von Neuronen kommen.

Die Folge ist eine Hörminderung im niederen Frequenzbereich. Bei einem Vorboten der Meniereschen Erkrankung, dem COO-Syndrom zeigt sich gewöhnlich ein Rückgang dieser Intoxikation nach dem Einsetzen eines Paukenröhrchens in das Mittelohr.
Elektrophysiologisch kann dies durch ein verbessertes SP/AP-Verhältnis im Elektrokochleogramm nachgewiesen werden.
Die Verbesserung wird durch ein erhöhtes AP-Potenzial als Folge der Detoxikation bewirkt.

(Franz et al.: The Cervicogenic Otoocular Syndrome: A Suspected Forerunner of Meniere’s Disease, International Tinnitus J 5: 125-130, 1999)
Dies ist eine der möglichen Ursachen dafür, dass das P100-Meniere auch für die Behandlung von Tinnitus geeignet ist.

Der Mechanismus der Intoxikation wird durch eine leichte Dysfunktion der Tuba Eustachii gefördert, was eine leichte Sogwirkung auf die Fenestra cochlearis herbeiführt.

Der natürlich bestehende Perilymphenfluss in Richtung der Fenestra cochlearis erhöht sich, was einen Ionentransport in Richtung der Scala tympani zur Folge hat.

Positive Druckimpulse machen diesen giftigen Ionentransport einfach rückgängig.

Das Ansprechverhalten aller Patienten war hervorragend. Nicht alle Morbus Meniere-Patienten ließen sich bereitwillig ein Paukenröhrchen einsetzen, was für eine Behandlung mit dem Meniett-Gerät und dem P100- Bei Morbus Ménière Voraussetzung ist.
Es gab kaum Patienten, die auf die Behandlung nicht ansprachen. Dies lag möglicherweise an der sorgfältigen Auswahl der Patienten.

Den Patienten wurde nicht einfach ein Paukenröhrchen eingesetzt, nur weil sie an der Meniereschen Erkrankung litten.
Der Nachweis einer leichten Belüftungssörung der Tuba Eustachii wurde als wichtiges Kriterium für den Eingriff herangezogen.
Es kommt jedoch äußerst selten vor, dass Morbus-Meniere-Patienten eine normale Funktion der Tuba Eustachii zeigen.

Wir fanden heraus, dass ein abgewandelter Holmquist-Test gut geeignet ist, um eine Belüftungsstörung im Mittelohr nachzuweisen.
Wir empfehlen diesen Test für jeden Patienten mit Verdacht auf Menieresche Erkrankung. Die Ergebnisse verschaffen dem behandelnden Arzt die Gewissheit, dass weitere Behandlungsmöglichkeiten verfügbar sind.